Freitag, 12. August 2016

"Wir brauchen eure Hilfe..."

Das es auf den Philippinen ein massives Drogenproblem gibt, ist allgemein bekannt. Es gibt schätzungsweise 3 Millionen Drogenabhängige im Land. Ehen und Familien brechen auseinander, Kinder in den Slums sind vernachlässigt und unterernährt, weil das Geld für Drogen draufgeht.
Eine unserer Mitarbeiterinnen (sie wohnt im Slum) erzählte mir, dass sie und ihr Mann sich nach 18h nicht mehr aus dem Haus trauen. Vor allem an den Tagen, an denen die Männer ihre Löhne ausgezahlt bekommen, sind sie abends erst recht nicht mehr sicher in ihrer Nachbarschaft. Einige unserer Kindergartenkinder können im Detail erklären, wie die Drogen genommen werden. Ich kenne kaum eine Familie im Slum, wo nicht mindestens ein naher Verwandter drogenabhängig ist.
Der neue Präsident hat einen radikalen und harten Kurs eingeschlagen im Kampf gegen die Drogen. Dies hat dazu geführt, dass sich innerhalb weniger Wochen 500000 Abhängige und Dealer der Polizei gestellt haben. Nun steht die Regierung vor der nächsten Herausforderung: wie kann man diesen Menschen helfen, von ihrer Sucht frei zu werden?
Die verantwortlichen Behörden haben erkannt, dass ihre Maßnahmen keinen durchschlagenden Erfolg haben. Genügend Rehazentren gibt es auch nicht.
Das Erstaunliche ist, dass sie sich nun an die christlichen Gemeinden gewandt haben mit einem Hilferuf: "Unsere Programme funktionieren nicht- bitte helft uns mit euren christlichen Reha Maßnahmen!"
In den vergangenen Tagen fanden somit mehrere Treffen statt, bei denen die leitenden Pastoren meiner Gemeinde hier vor Ort und die Mitarbeiter der Gefängnis- und Rehadienste der Gemeinde an einem Tisch saßen mit hochrangigen Politikern, Polizisten usw.
Nun baut die Gemeinde ein Netzwerk auf von hunderten, freiwilligen Helfern aus unterschiedlichen Gemeinden, um dann landesweit das dreimonatige Programm durchzuführen für die Drogenabhängigen, die sich der Polizei gestellt haben.
Das Programm wird in der Gemeinde seit Jahren erfolgreich angewandt und hat eine klare, biblische Ausrichtung.
In den ersten vier Wochen muss auch die gesamte Familie an dem wöchentlichen Treffen teilnehmen, denn hier wird es um Themen gehen wie "Gottes Design für Familien", "Vergebung und Vertrauen in der Familie" und "Familie als Team".
Der erste Durchlauf wird Ende des Monats stattfinden und es werden 1500 Drogenabhängige erwartet mit ihren Familien. Dies wird in dem Einzugsgebiet stattfinden, in dem auch die Kinder unseres Kindergartens und deren Familien wohnen. Es hat mich gefreut, dass eine unserer Mitarbeiterinnen und ihr Mann sich spontan bereit erklärt haben, das Projekt als freiwillige Helfer zu unterstützen.
Wir hoffen und beten, dass viele Drogenabhängige und ihre Familien Gott kennenlernen und Wiederherstellung erleben werden!



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